(ABS)

Antiblockiersystem

Antiblockiersystem

Das Antiblockiersystem verhindert bei einer Vollbremsung oder bei glatter Fahrbahn das Blockieren der Räder und erhält die Lenkfähigkeit des Fahrzeugs. Blockierende Räder können keine Seitenführungskräfte mehr übertragen, das Fahrzeug wird unkontrollierbar. Damit das nicht geschieht, überwacht das ABS-Steuergerät mittels Raddrehzahlsensoren die Drehzahlen aller Räder des Fahrzeuges. Droht eines zu blockieren, reduziert ein Magnetventil in der Steuereinheit des Antiblockiersystems den Bremsdruck für das entsprechende Rad, bis es wieder frei läuft. Danach wird der Druck bis zur Blockiergrenze wieder erhöht. Das Fahrzeug bleibt stabil und die Lenkbarkeit erhalten. Bei modernen Antiblockiersystemen, wie sie für alle Volkswagen Modelle zum Einsatz kommen, erfolgt dieser Vorgang mehrmals pro Sekunde. Der Fahrer spürt den Einsatz des Antiblockiersystems an einem leichten Pulsieren des Bremspedals. Im Regelbereich des Antiblockiersystems kann das Fahrzeug trotz maximaler Verzögerung problemlos gelenkt werden, um Hindernissen auszuweichen und eine Kollision zu verhindern. Das Offroad-ABS im Touareg ist ein besonderer Algorithmus des ABS-Steuergeräts, welcher erst im extremen Geländeeinsatz (u. a. Geschwindigkeit kleiner 5 km/h und gesperrtes Mitten-Differenzial) automatisch aktiviert wird. Beim Offroad-ABS können die Räder kurz blockieren, bevor das System den Bremsdruck verringert. Dadurch bildet sich ein kleiner Keil an Bodenmaterial (beispielsweise Schotter oder Sand) vor dem Rad, der die Bremswirkung erhöht. Der Touareg bleibt dabei immer noch lenkbar bei deutlich verkürztem Bremsweg.

(ASR)

Antriebschlupfregelung

Antriebsschlupfregelung

Für die heute üblichen drehmomentstarken Motoren bietet die Antriebsschlupfregelung mehr Komfort und Sicherheit, insbesondere auf unterschiedlich griffiger oder auf rutschiger Fahrbahn. Die Antriebsschlupfregelung ermöglicht ohne durchdrehende Räder oder Seitenversatz harmonische Anfahr- und Beschleunigungsvorgänge über den gesamten Geschwindigkeitsbereich. Die Antriebsschlupfregelung funktioniert nur zusammen mit dem elektronischen Gaspedal (E-Gas) und nutzt die Raddrehzahlsensoren des Antiblockiersystems (ABS). Wird an einem Antriebsrad eine plötzliche Erhöhung der Drehzahl festgestellt (Schlupf), greift das System in die Motorsteuerung ein, reduziert die Motorleistung und verhindert diesen Effekt. Die Antriebsschlupfregelung gewährleistet Traktion und Fahrstabilität während der Beschleunigungsphase über den gesamten Geschwindigkeitsbereich und unterstützt so die aktive Sicherheit. Zusätzlich verringert es den Reifenverschleiß. Die Antriebsschlupfregelung wird bei Aktivität von einer blinkenden Kontrolllampe im Kombi-Instrument angezeigt, schließt die elektronische Differenzialsperre (EDS) mit ein und ist Bestandteil des elektronischen Stabilisierungsprogramms (ESP). Eine Deaktivierung der Antriebsschlupfregelung ist über den ESP-Schalter möglich.

(ESP)

Elektronisches Stabilisierungsprogramm

Elektronisches_stabilisieru

Das elektronische Stabilisierungsprogramm erkennt kritische Fahrsituationen, zum Beispiel Schleudergefahr, und beugt einem Ausbrechen des Fahrzeuges gezielt vor. Damit das elektronische Stabilisierungsprogramm auf kritische Fahrsituationen reagieren kann, muss das System ständig Informationen erhalten. Beispielsweise: Wohin der Fahrer lenkt und wohin das Fahrzeug fährt. Die Antwort auf die erste Frage erhält das System vom Lenkwinkelsensor und den ABS-Drehzahlsensoren an den Rädern. Aus diesen beiden Informationen errechnet das Steuergerät die Soll-Lenkrichtung und ein Soll-Fahrverhalten des Fahrzeuges. Weiterhin wichtige Daten sind die Gierrate und die Querbeschleunigung des Fahrzeuges. Mit Hilfe dieser Informationen errechnet das Steuergerät den Ist-Zustand des Fahrzeuges. Das elektronische Stabilisierungsprogramm verhindert eine Instabilität des Fahrzeuges bei Kurvenfahrt, die entweder bei unangepasster Geschwindigkeit, bei unvorhersehbarer Änderung der Fahrbahnoberfläche (Nässe, Glätte, Verschmutzung) oder bei einem plötzlich erforderlichen Ausweichmanöver ("Elchtest") eintreten kann. Dabei spielt es keine Rolle, ob sich die Instabilität durch Untersteuern, das heißt, wenn das Fahrzeug trotz eingeschlagener Räder zum Kurvenaußenrand schiebt, oder durch Übersteuern (Ausbrechen des Hecks) äußert. Die Rechnereinheit des elektronischen Stabilisierungsprogrammes erkennt die Art der Instabilität anhand der von der Sensorik gelieferten Daten und steuert die Korrektur über den Eingriff in das Bremssystem und das Motormanagement. Beim Untersteuern verzögert das elektronische Stabilisierungsprogramm das kurveninnere Hinterrad. Gleichzeitig reduziert es die Motorleistung, bis sich das Fahrzeug wieder stabilisiert hat. Übersteuern verhindert das elektronische Stabilisierungsprogramm durch gezieltes Ansprechen der kurvenäußeren vorderen Bremse und Eingriff in das Motor- und Getriebemanagement. Zunehmende Erfahrung und eine deutlich feinfühligere Sensorik erlauben eine ständige Weiterentwicklung dieses komplexen Regelsystems.
Hinweis:
Das elektronische Stabilisierungsprogramm kann die physikalisch vorgegebenen Grenzen nicht außer Kraft setzen. Überfordert ein Fahrer die Möglichkeiten von Fahrwerk und elektronischem Stabilisierungsprogramm, so kann auch ESP einen Unfall nicht verhindern.

(EBV)

Elektronische Bremskraftverteilung

Bei jedem Fahrzeug verlagert sich bei Betätigung der Bremsen der Fahrzeugschwerpunkt nach vorne. Dadurch besteht die Gefahr, dass die Hinterräder aufgrund der niedrigeren Traktion eher blockieren. Die elektronische Bremskraftverteilung regelt über Magnetventile in der ABS-Einheit die Bremskraft für die Hinterräder und sorgt so für maximale Bremsleistung an Hinter- und Vorderachse und verhindert unter normalen Bedingungen, dass das Heck wegen überbremster Hinterräder ausbricht.
Die Funktion der elektronischen Bremskraftverteilung ist in der Funktion ABS enthalten. Der EBV-Arbeitsbereich endet mit dem Einsetzen der ABS-Regelung.

(HBA)

Hydraulischer Bremsassistent

Hydraulischer_bremsassisten

Der hydraulische Bremsassistent von Volkswagen unterstützt den Fahrer bei einer Not- oder Panikbremsung. Der Bremsassistent erkennt anhand der Betätigungsgeschwindigkeit des Bremspedals, ob der Fahrer eine Vollbremsung wünscht und erhöht den Bremsdruck automatisch bis in den ABS-Regelbereich, solange der Fahrer das Bremspedal durchtritt. Bei nachlassender Bremsdruckvorgabe durch den Fahrer verringert das System den Bremsdruck wieder auf den Vorgabewert.
Dadurch kann der Anhalteweg stark verkürzt werden. Das System arbeitet kaum spürbar für den Fahrer.

(MSR)

Motorschleppmomentregelung

Die Motorschleppmomentregelung MSR verhindert eine Blockierneigung der Antriebsräder durch die Bremswirkung des Motors auf glatter Fahrbahn, wenn der Fahrer abrupt vom Gas geht oder schnell einen Gang zurückschaltet. Durch die Bremswirkung des Motors können die Antriebsräder zum Rutschen neigen. Sie verlieren kurzzeitig die Bodenhaftung, der Fahrzustand wird instabil. Die Motorschleppmomentregelung erhält in diesen Situationen die Fahrstabilität und verbessert somit die Sicherheit. Alle nötigen Informationen erhält das Steuergerät der Motorschleppmomentregelung von den Raddrehzahlsensoren und von dem Motor- beziehungsweise Getriebesteuergerät über den CAN-Datenbus. Erkennt das Steuergerät einen Schlupf der Antriebsräder, so sendet die Motorschleppmomentregelung über den CAN-Datenbus ein Signal an das Motorsteuergerät, die Motordrehzahl leicht zu erhöhen, bis die Antriebsräder wieder entsprechend der Fahrzeuggeschwindigkeit drehen. Dadurch bleiben das Fahrzeug lenkfähig und die Fahrstabilität erhalten.
Die Motorschleppmomentregelung arbeitet über den gesamten Geschwindigkeitsbereich.

(GRA)

Geschwindigkeitsregelanlage

Geschwindigkeitsregelanlage

Die Geschwindigkeitsregelanlage ist ein elektronisches Hilfsinstrument zur Steuerung der Fahrzeuggeschwindigkeit. Sie bietet dem Fahrer vor allem auf langen Fahrten mit gleich bleibender Geschwindigkeit ein deutliches Plus an Komfort. Sie unterstützt zudem die Einhaltung der vorgeschriebenen Geschwindigkeit (wie z. B. in Autobahnbaustellen) und verringert das Risiko zu schnellen Fahrens und einer möglichen polizeilichen Verwarnung. Das System speichert und hält das vom Fahrer gewählte Tempo. Dieser kann dann auch kurzfristig die Geschwindigkeit manuell um einen definierten Wert erhöhen oder vermindern sowie anschließend - wenn gewünscht - auf die zuletzt gespeicherte Geschwindigkeit zurückkehren. Mit der Bedientaste "Aus" beziehungsweise durch Betätigen des Brems- oder Kupplungspedals wird die Geschwindigkeitsregelanlage deaktiviert.
Hinweis:
Bei dichtem Verkehr und ungünstigen Fahrbahnzuständen (Glätte, Nässe etc.) sollte die Geschwindigkeitsregelanlage aus Sicherheitsgründen nicht benutzt werden.

(ADR)

Automatische Distanzregelung

Automatische_distanzregelung

Die automatische Distanzregelung ist eine Erweiterung der Geschwindigkeitsregelanlage mit Radarsensor und sorgt, innerhalb bestimmter Systemgrenzen, für den richtigen Abstand zum Vordermann automatisch. Nähert sich das Fahrzeug einem langsamerem Fahrzeug, verzögert die automatische Distanzregelung auf dessen Geschwindigkeit und hält den vom Fahrer vorgewählten Abstand. Auch bei einem einscherenden Fahrzeug wird die Geschwindigkeit auf dessen Niveau reduziert. Verlässt das vorausfahrende Fahrzeug die Fahrspur, beschleunigt das Fahrzeug wieder auf die Wunschgeschwindigkeit. Die automatische Distanzregelung trägt damit sowohl zu einem erhöhten Fahrkomfort wie auch zu mehr Sicherheit bei. Dennoch bleibt die Verantwortung beim Fahrer. Dazu überwacht ein Radarsensor ständig einen Bereich bis zu 180 Meter vor dem Fahrzeug. Es wird nicht nur der Abstand, sondern auch die Annäherungsgeschwindigkeit zu einem vorausfahrenden Fahrzeug gemessen. Beim Unterschreiten des Sicherheitsabstands verzögert die automatische Distanzregelung durch Eingriff in das Motormanagement und gegebenenfalls auch in die Bremse. Überschreitet die notwendige Verzögerung 30 Prozent der Maximalverzögerung, so wird der Fahrer aufgefordert, die Bremse zu betätigen. Auch bei eingeschalteter Distanzregelung liegt die Überwachung der Geschwindigkeit und des Abstandes zum Vordermann in der Verantwortung des Fahrers. Die automatische Distanzregelung reagiert nicht auf stehende Hindernisse und entgegenkommende Fahrzeuge. Sie darf auf kurvenreichen Strecken und bei widrigen Witterungsbedingungen wie Nebel, Glätte oder starkem Regen nicht verwendet werden.

(DSP)

Dynamisches Schaltprogramm

Dynamisches_schaltprogramm

Das dynamische Schaltprogramm ist Bestandteil von Automatik- und Tiptronic-Getrieben. Es wählt selbstständig die jeweils optimale Schaltstufe. Es bezieht sowohl fahrzeug- wie auch fahrerbezogene Daten in seine Berechnungen mit ein, um die jeweils optimale Gangstufe zu ermitteln. Dies bedeutet, dass das Getriebesteuergerät in Abhängigkeit von der Motorcharakteristik und der momentanen Fahrsituation den jeweils besten Gang wählt. Die aktuelle Geschwindigkeit wird dabei ebenso berücksichtigt wie eine etwaige Anhängelast oder ob das Fahrzeug bergauf oder bergab fährt. Das Programm stellt sich darüber hinaus auf den jeweiligen Fahrstil des Fahrers ein und verändert die Schaltpunkte entsprechend der Fahrweise. Weist der Fahrer eine eher sportliche Charakteristik auf, so werden die Gänge weiter ausgefahren, bei vorsichtiger Gasbetätigung jedoch wird der höhere Gang entsprechend früher geschaltet. Die Kickdown-Funktion bleibt davon jedoch unbeeinflusst. Sie steht in jeder Situation zur Verfügung. Über das dynamische Schaltprogramm gesteuerte Getriebe gewährleisten, dass die Motorleistung durch die richtige Gangwahl optimal genutzt wird und sorgen auf diese Weise für einen niedrigen Kraftstoffverbrauch und geringe Abgasemissionen. Des Weiteren sind sie sehr wartungsfreundlich und benötigen beispielsweise keinen Getriebeölwechsel.

(DSG)

Doppelkupplungsgetriebe

Doppelkupplungsgetriebe

Die jüngste Entwicklung des Getriebebaus von Volkswagen stellt das Doppelkupplungsgetriebe DSG dar. Das vollautomatische 6-Stufen-Getriebe zeichnet sich durch Schaltvorgänge ohne Zugkraftunterbrechung aus. Somit werden die Wechsel besonders sanft und für den Insassen kaum merklich vollzogen. Das direktschaltende Getriebe verfügt über zwei Nasskupplungen, die über zwei Antriebswellen jeweils den 1., 3., 5. und Rückwärtsgang (Kupplung 1) oder den 2., 4. und 6. (Kupplung 2) bedienen. Bei einem Schaltvorgang ist die nächste Gangstufe bereits vorgewählt, aber noch nicht eingekuppelt. Innerhalb von drei bis vier Hundertstelsekunden öffnet sich dann die eine Kupplung, während sich die andere schließt. Auf diese Weise vollzieht sich der Schaltvorgang für den Fahrer unmerklich und ohne jede Zugkraftunterbrechung. Durch die intelligente Steuerelektronik lässt sich, je nach Fahrweise, eine Kraftstoffersparnis gegenüber einem 6-Gang-Schaltgetriebe von bis zu 10 Prozent realisieren. Der Fahrer kann das DSG manuell oder automatisch bedienen. Im Automatikmodus steht neben einer ausgewogen-komfortablen Einstellung auch ein betont sportliches Programm zur Verfügung. Manuelles Schalten ist entweder über Schaltwippen bzw. -tasten am Lenkrad oder den Wählhebel möglich.

(GPS)

Global Positioning System

Global_positioning_system

Wie findet das Navigationssystem den Weg? Voraussetzung dafür, dass der elektronische Pfadfinder die richtigen Fahrempfehlungen erteilt, ist das Global Positioning System. Bei diesem ursprünglich für militärische Zwecke aufgebauten System umkreisen 24 Satelliten auf exakten Bahnen die Erde. Diese Satelliten senden permanent Signale, die von den GPS-Empfängern gemessen werden. Für die exakte Positionsbestimmung mit einer Genauigkeit von ca. zehn Metern müssen die Signale von drei Satelliten empfangen werden. Diese Information setzt das Navigationssystem in Verbindung mit den gespeicherten Straßenkarten in Fahrempfehlungen um. Über das Global Positioning System kann heute auch der Standort von gestohlenen Fahrzeugen, die mit einem speziellen Sensor ausgerüstet sind, ermittelt werden.